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Scanready Jetzt prüfen
Stand 25.08.2026

Was kostet es, eine Website barrierefrei zu machen?

Es gibt keinen Einheitspreis, und wer einen nennt, kennt Ihre Website nicht. Was es gibt, sind vier Kostenblöcke mit sehr verschiedenen Größenordnungen. Hier stehen sie nebeneinander — mit den Preisen, die am 25. August 2026 tatsächlich aufgerufen wurden.

Vier Kostenblöcke, die ständig vermischt werden

Der Streit um „was kostet das?“ entsteht fast immer daraus, dass Anbieter und Kunde von verschiedenen Blöcken reden.

Prüfung heißt: herausfinden, wo Sie stehen. Behebung heißt: die gefundenen Stellen im Code ändern. Überwachung heißt: dafür sorgen, dass es so bleibt, wenn das nächste Theme-Update kommt. Dokumentation heißt: die Erklärung zur Barrierefreiheit und der Meldeweg, die das Gesetz getrennt von der Technik verlangt.

Nur der zweite Block ist wirklich teuer. Der erste kostet fast nichts, der dritte ist ein kleiner laufender Betrag, der vierte ist eine Textaufgabe. Ein Angebot, das alles zu einer Zahl verrührt, lässt sich nicht vergleichen — und meistens ist genau das der Zweck.

Die vier Kostenblöcke und ihre Größenordnung
BlockWas passiertGrößenordnung
PrüfungAutomatischer Scan gegen EN 301 549 / WCAG 2.1 AA; auf Wunsch zusätzlich eine manuelle Prüfung der nicht automatisch prüfbaren Kriterien0 € bis mittlerer vierstelliger Bereich
BehebungDie gefundenen Stellen im Theme, in den Vorlagen und in den Inhalten ändernder größte Posten, stark abhängig vom Befund
ÜberwachungWiederkehrende Prüfung, damit Updates und neue Seiten nicht neue Barrieren einbauenzweistelliger bis dreistelliger Monatsbetrag
DokumentationErklärung zur Barrierefreiheit nach Anlage 3 BFSG und ein Meldeweg für Barriereneinmalige Textarbeit, danach Pflege
nachgeschlagen am 25.08.2026

Was am Markt gerade aufgerufen wird

Wir haben die öffentlich einsehbaren Preisseiten der Anbieter automatischer Prüfdienste aufgerufen und die Zahlen abgelesen. Für die Standardpakete lagen sie an diesem Tag zwischen 19 und 299 € im Monat; ein Anbieter nennt für sehr große Auftritte zusätzlich eine Stufe „ab 999 €“. Teils netto, teils brutto — der Vergleich lohnt sich nur, wenn man das mitliest.

Für die Behebung gibt es keine vergleichbaren Listenpreise. Agenturen nennen auf ihren eigenen Seiten für die Nachrüstung einer bestehenden Unternehmenswebsite rund 2.000 € bis 8.000 € und für Auftritte mit Shop oder vielen interaktiven Bauteilen 8.000 € bis 15.000 €; für die laufende Betreuung 200 € bis 800 € im Monat. Das sind Selbstauskünfte der Anbieter, keine erhobenen Marktdaten — wir geben sie als das wieder, was sie sind.

Kostenlose Sofort-Prüfungen gibt es reichlich, unsere eingeschlossen. Sie sind ein ehrlicher Einstieg und ersetzen nichts: Eine automatische Prüfung erfasst nur einen Teil der Kriterien.

Warum die Spanne bei der Behebung so groß ist

Weil sie nicht an der Größe der Website hängt, sondern am Befund — und der ist vorher nicht bekannt.

Am 25. August 2026 haben wir 14 deutschsprachige Onlineshops über je bis zu sechs Seiten geprüft: 70 Seiten, 654 zusammengefasste Fundstellen, 2.025 bestandene Prüfungen. Die Spanne je Shop reichte von 2 bis 157 Fundstellen. Zwei Shops in derselben Branche, mit derselben Seitenzahl, können also um den Faktor 20 auseinanderliegen.

Entscheidend ist außerdem, wo die Fundstellen sitzen. Ein Kontrastfehler in der Fußzeile steht auf jeder Seite des Shops — im Rohbefund hundertfach, in Wahrheit ist es eine Zeile CSS. Deshalb zählen wir Fundstellen zusammen, statt sie zu addieren: In derselben Messung standen 1.553 rohe Treffer 654 tatsächlichen Stellen gegenüber. Wer nach rohen Treffern anbietet, verkauft Ihnen dieselbe Arbeit mehrfach.

Die praktische Folge: Ein seriöses Behebungsangebot entsteht nach dem Befund, nicht davor. Wer Ihnen ohne Scan einen Festpreis nennt, kalkuliert einen Risikoaufschlag ein, den Sie mitbezahlen.

Eigene Messung vom 25.08.2026: 14 Shops, 70 Seiten
ShopsystemShopsFundstellen je Shop
Shopware 647 – 152
Shopify25 – 55
OXID eShop313 – 54
WooCommerce / WordPress227 – 35
Magento22 – 13
TYPO31157

Zusammengefasste Fundstellen nach Deduplizierung, automatisch prüfbare Kriterien der EN 301 549. Kleine Stichprobe, keine repräsentative Marktstudie — sie zeigt die Streuung, nicht den Durchschnitt Ihres Systems.

Was die Seitenzahl mit den Kosten zu tun hat — und was nicht

Viele Anbieter staffeln nach Unterseiten. Das ist bequem abzurechnen und sagt wenig: Ein Shop mit 5.000 automatisch erzeugten Produktseiten hat meist eine Produktvorlage. Wird sie einmal korrigiert, sind alle 5.000 Seiten korrigiert.

Aufwand entsteht dort, wo es eigene Bausteine gibt: individuell gebaute Filter, eine selbstgeschriebene Navigation, ein Konfigurator, ein Checkout mit Sonderlogik. Zehn solcher Bausteine sind teurer als zehntausend Produktseiten.

Deshalb staffeln wir nach Jahresumsatz statt nach Seitenzahl. Nicht, weil das genauer den Aufwand träfe, sondern weil es das Risiko trifft: Wer mehr zu verlieren hat, zahlt mehr. Alle Stufen stehen offen auf der Preisseite.

§ 37 BFSG

Was es kostet, nichts zu tun

Das BFSG sieht in § 37 Geldbußen vor: bis zu 100.000 € in den dort aufgezählten schweren Fällen, bis zu 10.000 € in den übrigen. Das ist der Rahmen, nicht der Regelfall.

Der Regelfall sieht anders aus, und das ist die wichtigere Zahl: Zuständig ist seit dem 26. September 2025 die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen (MLBF) in Magdeburg. Ihr kommissarischer Vorstand Robert Richard hat im März 2026 im Börsenblatt beschrieben, wie das Verfahren läuft: erst die Aufforderung, die Mängel binnen angemessener Frist zu beseitigen, danach eine zweite Aufforderung mit Androhung der Untersagung. Wörtlich: „Sanktionen sind für uns stets das letzte Mittel.“

Der teure Fall ist deshalb selten das Bußgeld. Teuer wird die Behebung unter Zeitdruck: Was mit Ruhe in ein geplantes Release passt, kostet als Sonderaufwand mit gesetzter Frist ein Vielfaches. Wer die Details des Verfahrens wissen will, findet sie auf unserer Seite zu Abmahnung und Marktüberwachung.

Wo Sie ohne Verlust sparen können

  • Erst messen, dann beauftragen. Der Befund ist kostenlos; ohne ihn kaufen Sie eine Schätzung.
  • Vorlagen vor Einzelseiten. Wer die Produktvorlage, die Kategorievorlage und die Fußzeile richtig stellt, erledigt in drei Änderungen den größten Teil des Rohbefunds.
  • Kontrast zuerst. In unserer Messung hatten 14 von 14 geprüften Shops Kontrastfehler. Das ist der häufigste Befund überhaupt und meist reine Farbwertarbeit — die günstigste Verbesserung, die es gibt.
  • Die Dokumentation selbst machen. Die Erklärung zur Barrierefreiheit ist Textarbeit, keine Programmierung. Unser Generator ist kostenlos und verlangt kein Konto.
  • Kein Overlay kaufen. Ein Einblend-Werkzeug kostet laufend Geld und ersetzt die Pflicht nicht — die deutschen Überwachungsstellen halten solche Werkzeuge für ungeeignet.

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Bevor Sie ein Angebot einholen, sollten Sie den Befund kennen. Er ist kostenlos und dauert weniger als eine Minute.

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